Kameras kann man nach vielen Kriterien einteilen: digital oder analog, kompakt oder mit Wechselobjektiven, klein oder groß usw. Es wird im Folgenden nicht sonderlich viel Wert auf eine möglichst brauchbare Art der Einteilung gelegt, sondern darauf, die Unterschiede zwischen der einen oder anderen Art von Kamera herauszustellen.
Die Fachkamera kommt wohl dem Urtyp einer Kamera am nahsten. Sie besteht aus zwei Standarten, die zum einen mechanisch über eine optische Bank und zum anderen über einen lichtdichten Faltenbalk verbunden sind. Die beiden Standarten sind zu einander fast beliebig verschieb und verdrehbar gelagert, so dass die Schärfeebene und die Perspektive in einem großen Bereich beeinflusst werden können.

Auch wenn die Kamera etwas unhandlich aussieht, ist dieser Typ wohl der variabelste. Das liegt an den vielen Einstellmöglichkeiten:
Die Einstellungen können auf der Mattscheibe hinten an der Kamera überprüft werden. Man kann also genau das erkennen, was später auf dem Foto abgebildet wird. Dort steht das Bild auf dem Kopf, man muss also etwas umdenken können. Zum Fotografieren wird dann der Verschluss geschlossen, eine Filmkassette eingelegt und diese dann belichtet.
Bei den Filmkassetten handelt es sich meist um großformatige Negative von 9 x 12 cm bis 20 x 25 cm. Dadurch ist es möglich sehr detaillierte Aufnahmen zu machen.
Dieser Kameratyp wird hauptsächlich für Architektur- und Sachfotografie verwendet, wo eine hohe Bildqualität und ein perspektivisch korrekte (korrigierte) Darstellung erwünscht sind. Sachen und Gebäude "laufen" auch nicht weg, so dass man genügend Zeit hat, die Kamera optimal auszurichten, um dann ein Bild zu machen.
Fachkameras sind relativ teuer, aufwendig zu bedienen, nicht unbedingt für Rollfilm geeignet und unhandlich, also nichts für jeden Fotografen.
Kompaktkameras zeichnen sich dadurch aus, dass diese vornehmlich klein bauen und meist Objektiv und Gehäuse fest miteinander verbunden sind. Sie stellen die größte Gruppe aller Kameras dar und sind äußerst beliebt.

Kompaktkamera
Man kann innerhalb dieser Gruppe die Kameras noch anhand verschiedensten Kriterien unterscheiden. Dazu zählen Größe, Sucher, Brennweitenbereich und Ausstattung.
So heißen die besonders kleinen Modelle auch Ultrakompaktkameras. Da diese meist ein chices Design haben, werden sie auch als Stylekameras bezeichnet. Diese sind klein genug um in eine Hosen- und Hemdtasche zu passen.
Bei Digitalkameras dieser Klasse muss man einen Sucher meist verzichten.
Auch für alle anderen Kamerabauteile ist der Platz eng. Das Objektiv ist meist als Periskopobjektiv ausgeführt oder es können einzelnen Linsen aus dem Strahlengang geklappt werden (Floating-Elements).
Durch den geringen Bauraum leidet oft die technische und optische Qualität solcher Geräte. Alles muss möglichst klein sein und so kommen kleine Akkus, Blitzlampen und Sensoren zum Einsatz. Ist trotz kleinem Sensor eine hohe Pixelzahl vorhanden, kommt es unweigerlich zu vermehrtem Bildrauschen. Die kleinen Objektive haben meist eine niedrige Lichtstärke und sind mit einfachen Schnappblenden versehen. Bedingt durch die Größe wird auch auf einen optischen Sucher verzichtet und man muss zur Bildgestaltung den Bildschirm verwenden.

Eine KB-Ultrakompaktkameras, die Minox 35
Im analogen Sektor zählen im Kleinbildformat z.B. die Minox 35 und die Olympus XA zu den ultrakompakten Modellen. Kleiner geht es nur doch durch die Verwendung kleiner Filmformate. So wurden durch das kleinere APS-Format auch die Kameras kompakter. Wobei auch schon die AGFA Pocket und die Kodak Disc-Kamera zu den extrem kleinen Kameras zählt. Auch die so genannten Spionagekameras, z.B. von Minox waren sehr klein.
Die meisten dieser Kameras erkauften sich ihre Größe durch den Verzicht auf Zoomobjektive, Fokussierhilfen oder ähnliches.
Man erkauft sich diese Ultrakompaktheit mit einigen Nachteilen, was aber nicht heißen soll, dass es keine guten, sehr kleinen Kameras gibt.
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Bei dieser Art von Kamera wird manuell fokussiert. Als Hilfsmittel zur richtigen Einstellung der Entfernung dient der so genannte Mischbildentfernungsmesser.

Eine Sucherkamera mit Mischbild-
entfernungsmesser - Canon Canonet 28
Über ein Prisma oder einen Spiegel, welche an die Schärfeeinstellung am Objektiv gekoppelt sind, wird das Sucherbild durch ein zweites überlagert. Ist die Entfernung richtig eingestellt, liegen beide Bilder übereinander, wenn nicht, dann sind zwei zueinander verschobene Bilder zu erkennen. Wie so ein Messsucher oder auch Telemeter funktioniert, wird unter Telemeter erklärt.
Typische Vertreter sind die Kameras vom deutschen Hersteller Leica. Diese Art von Kamera gibt es z.B. mit Wechselobjektiven, welche höchsten Ansprüchen an Abbildungsqualität und Lichtstärke genügen. Messsucher gibt es an Kleinbild-, aber auch Digitalkameras.
Vorteile dieser Kameras gegenüber einäugigen Spiegelreflexsystemen sind z.B.:
Der Hauptnachteil ist, dass man bei so einer Kamera nicht durch das Objektiv, sondern daneben vorbei schaut. Dadurch entsteht vor allem im Nahbereich der so genannte Parallaxenfehler.

Parallaxenfehler
In diesem Bild sind man in blau, was durch den Sucher erkennbar ist und in rot, was später auf den Film kommt. Dieser Fehler tritt bei allen Kameras mit optischem Sucher auf. Wenn man zur Auswahl des Bildausschnittes auf den Monitor sieht oder einen elektrischen Sucher verwendet, tritt der Fehler nicht auf, da beide Anzeigen, das Bild des Sensors darstellen. Also genau das, was später aufs Bild kommt.
Um diesen Fehler bei optischen Suchern zu mindern, haben hochwertige Sucherkameras einen an die Entfernungseinstellung gekoppelten Leuchtrahmen im Sucher, welche sich je nach eingestellter Entfernung verschiebt. Die Objekte, welche sich nun innerhalb des Rahmens befinde, kommen auf Bild.
Dieser Effekt tritt natürlich bei allen optischen Suchern an Nicht-Spiegelreflexkameras auf.
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Kompaktkameras gibt es natürlich auch mit motorbetriebenem Zoomobjektiv. Dadurch ist die Kamera natürlich größer und wuchtiger, als eine mit Festbrennweite.
Wobei natürlich bedingt durch das kleineres Filmformat APS, auch die Kameras kleiner wurden.
Kameras mit einem Größeren Brennweitenbereich als 5-fach werden auch als Superzoomkameras bezeichnet. Bei diesem großen Brennweitenbereich reicht ein normaler optischer Sucher meist nicht mehr aus und so muss dieser durch einen elektronischen Sucher ersetzt werden.
Bridgekameras stellen das Bindeglied zwischen der Klasse der Kompaktkameras und den einäugigen Spiegelreflexsystemen dar. Wegen ihres Designs werden sie auch als DSLR-like bezeichnet. Ihr für Kompaktkameras hoher, aber gerechtfertigter Preis hat wohl zu Bezeichnung Prosumer-Kamera (Kunstwort aus Profi und Consumer/ Verbraucher) geführt.
Sie besitzen einen großen Brennweitenbereich, möglichst viele manuelle Einstellmöglichkeiten und Bildsensoren mit einer hohen Pixelanzahl. Der elektronische Sucher ist obligatorisch und in vielen Fällen ist die Brennweite direkt am Objektiv per Zoomring verstellbar.

Diese Art von Kamera hat prinzipbedingt einige Vor- und Nachteile im Vergleich zur DSLR.
Für die Bridge-Kamera sprechen:
Für eine DSLR spricht:
Man kann zwischen einäugigen und zweiäugigen Spiegelreflexkameras unterscheiden. Wobei bei den zweiäugigen eine extra Optik für das Mattscheibenbild verwendet wird, wohingegen die einäugige für Bild und Mattscheibe dasselbe Objektiv verwendet.
Bei der zweiäugigen Spiegelreflexkamera sind Sucher- und Filmoptik von einander getrennt. Das Bild aus der Sucheroptik wird über einen Spiegel seitenverkehrt auf eine Mattscheibe reflektiert und kann da dann z.B. über einen Lichtschachtsucher betrachtet werden. Zum Fokussieren werden über eine Mechanik beide Optiken senkrecht zur Filmebene verschoben.

Die Mattscheibe bildet das anvisierte Objekt spiegelverkehrt, aber aufrecht ab. Zur genaueren Entfernungseinstellung kann noch eine zusätzliche Vergrößerungslinse in den Lichtschacht geklappt werden.
Der Parallaxenausgleich wird über eine, mit der Fokussierung verstellten Maske, erledigt.
Die Kleinbild-Spiegelreflexkamera war bis vor kurzem die erste Wahl für den ambitionierten Fotografen. Heute werden es die digitale Spiegelreflexkameras. Wieso das so ist, liegt auf der Hand. Spiegelreflexkameras zählen durch die große Vielzahl an verschiedenen Objektiven und Zubehör zu den variabelsten Kamerasystemen. Durch das große Angebot, kann sich auch der ambitionierte Fotograf mit kleinem Geldbeutel ein passables System leisten. Hauptunterschied zur Sucherkamera ist, dass das Objekt nicht durch ein "Loch" in der Kamera betrachtet, sondern in der Kamera auf eine Matscheibe projiziert wird.
Seit einigen Jahren werden immer mehr günstige digitale Einsteigerspiegelreflexkameras entwickelt, gebaut und verkauft. Dadurch erreichen nun die DSLR (digital single lense reflex) die Marktdurchdringung, den ihre analogen Kollegen bisher hatten.
Der Hauptvorteile einer solchen Kamera ist die Möglichkeit, dass Objektiv zu wechseln und dass man genau sieht, was später auf den Film kommt: Bildausschnitt ohne Parallaxenfehler, Schärfe, Schärfentiefe (nur beim manuellen Abblenden), Filter usw.
Im digitalen Zeitalter kommen noch weitere Vorteile hinzu. So werden in DSLR-Kameras große und damit rauscharme Sensoren verbaut, der optische Spiegelreflexsucher ist größer, heller und detaillierter, als z.B. ein elektronischer und durch die Trennung von Autofokussensor, Belichtungsmessung und Bildsensor kann eine deutliche Geschwindigkeitssteigerung erreicht werden.

Bei dieser Kamera Art fällt das Licht vom Objekt durch das Objektiv in die Kamera. Wird da vom Klappspiegel nach oben abgelenkt und auf die Mattscheibe projiziert. Dieses Mattscheibenbild kann durch den Sucher betrachtet werden. Dazu wird es in einem sog. Dachkanten-Pentaprisma benötigt, um das Bild seitenrichtig zu drehen. Beim Auslösen wird zuerst der Spiegel weggeklappt um den Verschluss freizugeben, der danach öffnet um den Film zu belichten.
Bei professionelle Modellen kann der Sucher nach belieben durch z.B. einen der folgenden Sucher ausgetauscht werden:
Dadurch erhält der Kamerabesitzer die Möglichkeit, seine Kamera nach seinen Bedürfnissen anzupassen.
Die Mattscheibe, auf der z.B. eine Fokussierhilfe angebracht ist, kann auch getauscht werden.