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Manueller Fokus

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Schätzen der Entfernung
Schätzen der Entfernung

Die simpelste Lösung - nach der Fixfokuskamera - den Fokus an einer Kamera einzustellen, ist das Abschätzen der Entfernung.
Dies kann dann entweder wie an der Minox 35 mit Hilfe einer Meterskala am Objektivring oder wie bei der AGFA Optima 1a durch Symbole an der Kamera bewerkstelligt werden.

Telemeter

Bei Sucherkameras wird das Objekt durch ein separates Fenster, dem Sucher, anvisiert. Eine direkte Kontrolle der Schärfe gibt es deswegen nicht. Um aber trotzdem die Entfernung richtig einstellen zu können, kann man sich eines Telemeters bedienen.

Ein Telemeter besteht aus zwei Fenstern, welche in einem gewissen Abstand zu einander an der Kameraforderseite angebracht sind. Das eine davon liefert direkt das Bild für den Sucher. Das zweite wird über einen normalen und einen halbdurchlässigen Spiegel dem Sucherbild überlagert. Statt dem halbdurchlässigen Spiegel kann auch ein Prisma verwendet werden. Der normale Spiegel ist über eine Mechanik mit dem Einstellring des Objektives und damit der Mechanik zur Fokussierung verbunden. Dreht man an diesem Ring, verändert sich der Winkel des Spiegels und damit verschiebt sich das überlagerte Bild. Wenn die Entfernung richtig eingestellt wurde, sind beide Bilder deckungsgleich.

Funktionsweise Telemeter
Funktionsweise Telemeter

So sieht man dann, wenn der Fokus falsch eingestellt ist, das Objekt doppelt. Das geschieht nicht über den ganzen sichtbaren Bereich des Suchers (siehe Beispiel), sondern nur in einem kleinen Bereich in der Mitte des Sucherbildes.
Das ganze nennt man auch Messsucher oder Mischbildentfernungsmesser. Da Objektiv und Messsucher miteinander verbunden sind, heißt das ganze auch gekuppelter Mischbildentfernungsmesser.

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Mattscheibe

Bei Spiegelreflexkameras wird das Motiv auf eine Mattscheibe reflektiert. Da dazu das Licht durch die zu fokussierende oder einer parallel dazu arbeitenden Optik (ein-/ zweiäugige Spiegelreflexkamera) auf diese fällt, kann anhand des Bildes scharf gestellt werden. Ist das Mattscheibenbild scharf, ist auch das Bild auf dem Film scharf.
Funktion einer Mattscheibe
Funktion einer Mattscheibe
Dazu ist die Mattscheibe notwendig, denn darauf wird das Bild von hinten projiziert und das Auge betrachtet dieses wie ein fertiges Foto. Bei einem normalen Sucher hingegen sieht das Auge nur durch und stellt selbst auf das Motiv scharf.
Um den Fotografen zu unterstützen können bei einer Mattscheibe weitere Hilfsmittel eingesetzt werden. Dazu zählt z.B. der Schnittbildindikator. Dabei handelt es sich um zwei kleine Prismen, die in der Mitte der Mattscheibe angebracht sind. Diese bewirken, dass bei falsch eingestelltem Fokus das Bild in dem Bereich der Prismen verschoben ist. Schnittbildindikator
Schnittbildindikator
Am deutlichsten ist dieser Effekt bei senkrechten Linien. Diese werden dann, je nach dem, ob der Fokus zu kurz oder zu weit eingestellt ist, in der oberen Hälfte in die eine und in der unteren Hälfte in die andere Richtung verschoben.
Erst wenn keine Verschiebung mehr zu erkennen ist, ist die Entfernung richtig eingestellt. Dieser Schnittbildindikator funktioniert nur für senkrechte Linien. Um auch ohne die Kamera zu drehen auf waagrechte Linien fokussieren zu können, gibt es den so genannten Kreuzschnittbildindikator. Hierbei sind dann vier Prismen, jeweils um 90° gedreht, angeordnet.
Um diesen Schnittbildindikator kann noch ein Ring aus Mikroprismen angeordnet sein. Dieser lässt das Bild bei falschem Fokus an dieser Stelle körnig erscheinen. Bei richtig eingestelltem Fokus ist dieser Ring fast nicht mehr wahrzunehmen.

Schnittbildindikator und Mikroprismen
Schnittbildindikator und Mikroprismen

Die Kombination ist relativ typisch für Einäugige Spiegelreflexkameras. Es gibt aber noch weitere Arten von Mattscheiben, die je nach Vorliebe des Fotografen, eingesetzt werden können.

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Autofokus

Es gibt wohl fast keine Kamera auf dem Markt, die nicht über einen Autofokus verfügt. Bei Kompaktkameras ist dieser fast unabdingbar, da hier der zu fotografierende Bildauschnitt über einen Sucher und nicht über das Objektiv gewählt wird.

Aktiver Autofokus

Die einfachste Möglichkeit zur Bestimmung der Entfernung zwischen Kamera und Objekt ist das Messen der selbigen. Dazu kann entweder Ultraschall oder Infrarot verwendet werden. Hierbei wird von der Kamera Schall bzw. Licht ausgesandt, welcher (welches) vom anvisierten Objekt reflektiert wird.
Beim aktiven Autofokus mit Ultraschall wird die Laufzeit des Signals gemessen, sprich, wie lange dauert es, bis die erste reflektierte Welle am Sensor der Kamera auftrifft. Ist das Objekt weiter weg, dauert es länger und umgekehrt.
Beim Infrarotsystem wird der Winkel, in dem das reflektierte Licht auf dem Sensor auftritt gemessen. Ist der Winkel flacher, weiß die Kamera, dass das Objekt weiter weg ist und kann dementsprechend das Objektiv einstellen.

Aktiver Autofokus
Aktiver Autofokus

Aktiver Autofokus heißt diese Methode deshalb, weil die Kamera hierbei aktiv Licht bzw. Schall aussendet. Dies hat den Vorteil, dass dieses Prinzip auch im Dunklen oder bei kontrastarmen Motiven funktioniert.
Da aber mit Reflexion gearbeitet wird, funktioniert dieses System z.B. bei großen Entfernungen relativ schlecht. Auch hat dieses System beim Fotografieren durch Glasscheiben Probleme.

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Passiver Autofokus

Bei modernen Spiegelreflexkameras wird häufig über ein oder mehrere CCDs scharf gestellt. Das funktioniert folgendermaßen.
In der Kamera ist ein CCD angeordnet, welcher einen Pixel in der Höhe und ca. 100 bis 200 Pixel in der Breite hat. Dieses sitzt in der Mitte des Sichtfeldes und aus den empfangenen Informationen errechnet ein Prozessor die Schärfe (Kontrast) des Bildes. Dabei wird das Objektiv verstellt und beim Erreichen des Schärfemaximums angehalten. Damit ist die Kamera fokussiert.
Nachteile dieses Systems mit einem CCD sind, dass es schlecht auf waagrechte Strukturen fokussiert. Dies kann aber durch die Anordnung zwei Sensoren als Kreuz verbessert werden.
Weitere Nachteile, wie dass Motive mit wenig Kontrast schlecht fokussiert und dass nur Objekte in der Mitte des Sichtfeldes anvisiert werden können, können durch den Einsatz mehrerer, gleichmäßig im Sichtfeld verteilter AF-Sensoren gelindert werden.

Passiver Autofokus
links: unscharf und deswegen wenig Kontrast
rechts: scharf und hoher Kontrast

Umso hochwertiger eine Kamera ist, desto mehr AF-Sensoren sind eingebaut. Daher hat der Anwender im manuellen Modus die Möglichkeit, den Bereich des Bildes auszuwählen, in welchem sich das Hauptmotiv befindet.
Bei so mancher Kamera wird ein AF-Hilfslicht eingesetzt, um bei schlechten Lichtverhältnissen dem passiven Autofokus zu helfen.
Bei digitalen (Kompakt-) Kameras wird das eingebaute CCD zur Fokussierung verwendet. Dies hat zum einen den Vorteil, das man gleichzeitig das Bild auf dem Monitor betrachten kann, hat aber den Nachteil, dass nach dem der Fokus richtig eingestellt ist, eine gewisse Zeit vergeht, bis die Kamera bereit ist zum Fotografieren, weil das CCD erst wieder gelöscht und bereit geschalten werden muss.

Weiter geht es mit der Belichtungsmessung.

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