Die richtige Digitalkamera

Der Digitalkameramarkt bietet eine riesige und unübersichtliche Auswahl an Kameras an. Diese Auswahl unterliegt einem ständigen Wandel, so dass laufend neue Modelle hinzukommen und alte wegfallen. Will man sich aus dieser Menge an Kameras die am besten für einen selbst geeignete heraussuchen, muss genau wissen was man braucht und mit welcher Kamera man das bekommt.

Ich habe festgestellt, dass es die perfekte Kamera nicht gibt. Immer wenn man meint, diese oder jene Kamera wären das perfekte Modell, gibt es einen Makel oder ein Detail, welches besser gelöst hätte werden können.

Aber wie findet man die passende Kamera?

Grundsätzlich kann man folgende Faktoren zur Entscheidungsfindung heranziehen: den eigenen Geldbeutel, gewünschte Features und Eigenschaften der Kamera und den persönlichen Geschmack.

Alles kostet Geld

Beim Geldbeutel tut man sich leicht, da muss man nur die vorhanden Scheine zählen und die preislich passende Kamera suchen. Dabei sollte man aber bedenken, dass zusätzlich zum Kamerakaufpreis noch weitere Kosten entstehen. Um das gute und teuere Stück zu schützen, empfiehlt sich der Kauf einer passenden Tasche. Außerdem muss man sich eine (zweite) große und schnelle Speicherkarte zulegen, denn in der Kameraschachtel findet sich meist nur ? wenn überhaupt – eine mickrige kleine Speicherkarte, welche nur dazu taugt, um die Kamera mal schnell auszuprobieren. Je nach Pixelanzahl und Bildgröße kann die neue ruhig 1 GB bis 2 GB groß sein. Wenn man nicht direkt nach dem Kauf einen längeren Urlaub plant, sollte man es mit dem Speicher aber auch nicht übertreiben, denn in einem Jahr gibt es den doppelten Speicher zum halben Preis. Also viel Speicher immer erst dann kaufen, wenn man ihn tatsächlich braucht.
Wenn man die Auswahl zwischen einer großen und zwei kleinen Speicherkarten hat, sollte man sich für die eine große entscheiden, da bei einzelne Karten außerhalb der Kamera die Gefahr besteht, dass diese verloren gehen.
Ein Zweitakku ist auch fast immer zu empfehlen, da der Energiespeicher grundsätzlich dann leer ist, wenn ein nicht wiederholbares Ereignis geknipst werden soll. Außerdem schont man dadurch die Akkus, da diese immer vollständig entladen werden können.
Weiteres sinnvolles Zubehör ist ein Stativ, ein Pinsel zum Objektiv Reinigen und wenn möglich, verschiede Filter für unterschiedlichste Zwecke.
Zurück zur Kamera. Wie findet man heraus, was man selbst braucht?

Mehr Pixel für mehr Auflösung

Am einfachsten tut man sich, wenn man schon länger mit einer oder mehreren Kameras fotografiert und weiß, welche Motiv man gerne ablichtet und welche Eigenschaften bzw. Features die neue Kamera haben soll. Als Neueinsteiger tut man sich dabei meist schwerer, da einem diese Erfahrung fehlt. Also sollte man sich, bevor man sich die richtige Kamera kauft, erstmal eine zum Probieren zu legen. Die mit der Zeit gewonnene Erfahrung zeigt dann, welche Eigenschaften und Möglichkeiten man gerne an einer Kamera hätte oder braucht.
Wenn man sich also überlegt, welche Kamera die passende wäre muss man sich über eine ganze Reihe Eigenschaften Gedanken machen.
Über den Preis habe ich schon geschrieben. Fast genauso wichtig ist die Anzahl der Pixel auf dem Sensor, wobei eine möglichst große Anzahl an Pixeln nicht als Garant für eine optimale Bildqualität steht. Dass liegt zum einen daran, dass wenn sich viele Pixel auf einer kleinen Sensorfläche drängen, das Bildrauschen eher zu nimmt, zum anderen hängt die tatsächlich erreichbare Auflösung entscheidend von der Qualität der Optik ab. Wenn nun also viele Pixel für eine hohe Datenmenge und dadurch große Bilddateien sorgen sollen, dann muss eine hochwertige Optik das Licht auf den Sensor bringen.
Es gibt zwei Argumente, warum eine hohe Auflösung von Vorteil ist. Dass man, wenn mehr Pixel vorhanden sind, mehr Details beim Vergrößern von Ausschnitten erhält stimmt, aber dass man nur von hochaufgelösten Bildern große Ausbelichtungen und Ausdrucke anfertigen kann, stimmt nicht. Auch von Bildern mit wenig Bildpunkten kann man Poster drucken lassen. Dabei kann es dann auch durchaus sein, dass man bei geringem Betrachtungsabstand Treppchen oder einzelne Pixel erkennen kann. da man große Ausdrucke aber meist aus einer größeren Entfernung betrachtet, relativiert sich dieses Problem. Wenn man also nicht regelmäßig Poster druckt oder Ausschnitte stark vergrößert, dann tun es weniger Pixel auch.

Eine sehr interessante Seite, die sich mit diesem Thema beschäftigt und eindeutig Position bezieht:

Quellen im Netz:
www.puchner.org ist nicht für den Inhalt externer Internetseiten verantwortlich.

Näher ran oder doch lieber Brennweite

Eine weiter wichtige Angabe ist der Brennweitenbereich bzw. Zoomfaktor der angebauten bzw. mitgekauften Optik. Dabei ist wohl hauptsächlich der Faktor zwischen kleinster und größter Brennweite vermarktbar. Umso größer der Faktor ist, desto flexibler ist man beim Fotografieren. Wobei man bedenken muss, dass eine Optik mit 10-fach Zoom bei Fragen der Bildqualität immer hinter einer kleiner Zoomoptik oder gar einer Festbrennweite hinterher hinkt.
Viel wichtiger als der Faktor zwischen kleinster und größter Brennweite ist der tatsächliche Bereich in dem sich die Brennweite bewegt. Wo fängt das Objektiv an? Bei 35 mm bezogen auf Kleinbild, bei 28 mm oder gar noch darunter. Umso kleiner die Anfangsbrennweite, desto besser ist die Kamera für Aufnahmen im Nahbereich geeignet. Nahbereich meint in diesem Fall nicht Makro sondern Objekte die sich relativ nah am Fotografen befinden. So ist ein Baum in 10 Metern Entfernung noch relativ nah am Fotografen, während der Vogel auf einem der oberen Äste schon weit weg ist. Also umso kleiner die Brennweite, desto leichter tut man sich mit Aufnahmen in Räumen, von Gebäuden, Personengruppen usw. Gut sind hier 28 mm. Will man hingegen Fotos von weit entfernten Objekten machen, dann sollte man auch eine entsprechend große Brennweite haben (größer 200 mm).
Bei Spiegelreflexsystem erreicht man durch die Möglichkeit der auswechselbaren Objektive die größte Flexibilität, da muss nur der Geldbeutel mitspielen.

Schönere Bilder

Die Bildqualität sollte beim Kauf eine größere Rolle spielen, als z.B. die Anzahl der Megapixel. Für eine gute Bildqualität darf der Sensor nur geringes Rauschen haben, das Objektiv wenig verzeichnen und Objektiv und Sensor müssen zusammen eine möglichst hohe Auflösung erreichen. Damit ist nicht die Anzahl der vorhandenen Pixel gemeint, sondern die tatsächlich gemessene Auflösung.
Über die tatsächliche Bildqualität einer Kamera informiert man sich am besten bei auf Fotografie und Fotokameras spezialisierten Medien, wie z.B.:

Quellen im Netz:
www.puchner.org ist nicht für den Inhalt externer Internetseiten verantwortlich.

Oder in einem der vielen Magazine, welche sich mit Fotografie und Ausrüstung befassen.
Diese berichten auch häufig über die Bedienung der Kamera, also wie sich wichtige Einstellungen vornehmen lassen, wie lange die Kamera braucht, bis sie angeschaltet ist, wie schnell der Autofokus arbeitet, wie lange es dauert, ein Bild auf dem Chip zu speichern und wie hoch die Serienbildfrequenz ist.
Das sind alles Eigenschaften, die sich auch auf die Kaufentscheidung auswirken. Will man z.B. die Kamera für Schnappschüsse verwenden, sollte sie schnell aufnahmebreit und die Auslöseverzögerung möglichst kurz sein. Will man hingegen im Urlaub Landschaften ablichten, ist Geschwindigkeit meist vernachlässigbar. Für Sportfotografen ist hingegen eine hohe Bildfrequenz wichtig.

Programme oder manuell

Für die Bedingung ist es auch entscheidend, welche Belichtungsprogramme die Kamera anbietet. Der eine will einfach nur Fotos machen und kommt mit der Autoeinstellung wunderbar zurecht, der nächste will die Belichtung an das Motiv anpassen und legt Wert auf Motivprogramme und ein dritter möchte selbst die volle Kontrolle über die Belichtung haben und kann auf einen vollmanuellen Modus nicht verzichten.

Wenn es dunkel wird

Wenn man viele Aufnahmen in Innenräumen machen will, sind andere Faktoren wichtig, z.B. die Stärke des Blitzes und ob dieser bei Portraits zu roten Augen neigt. Wenn man bei Aufnahmen unter schlechten Lichtverhältnissen auf einen Blitz verzichten will oder muss, dann sollte die Kamera möglichste hohe und rauscharme Empfindlichkeitsstufen anbieten und eine lichtstarke Optik verwenden. Eine Shake Reduction hilft die Gefahr des Verwackelns zu reduzieren, so dass man mit längeren Belichtungszeiten arbeiten kann, ohne auf ein Stativ zurückgreifen zu müssen.

Hosentasche oder Kamerarucksack

Es stellt sich aber immer noch die Frage, was brauch ich denn nun für eine Kamera?
Ich denke, nach dem die Sache mit dem Geldbeutel geklärt ist, sollte man sich Gedanken um die Gehäusegröße und darum machen, ob man lieber eine Kompakt- oder eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) mit sich herum tragen möchte. Denn was nützt einem die beste Kamera, wenn sie einem zu groß und unhandlich ist. Als potentieller Käufer hat man die Wahl zwischen Ultrakompaktkameras, Kompaktkameras, normal großen Kameras, extra großen DSLR-ähnlichen Bridge-Kameras und echten DSLR-Systemen. Um die richtige Wahl zu treffen, muss man nur wissen, wo man die Kamera mithin nehmen will und wie man sie am liebsten transportiert. Am besten man hat zwei Kameras, eine kleine für die Hosentasche und eine große für die anspruchsvollen Aufnahmen.
So hat man sich nun für eine Gehäuseform entschieden, fallen schon einige Kameras weg, die Auswahl ist aber immer noch riesig.

Kamerahersteller oder Kaffeeröster

Jetzt kann man sich noch mit dem Kamerahersteller ein weiteres Kriterium schaffen. Z.B. macht es keinen Sinn, sich für das DSLR-System vom einen Hersteller zu entscheiden, wenn man schon Objektive eines anderen hat. Ich gebe zu das war jetzt fast schon zu einfach.
Man kann sich aber aus den vielen möglichen Herstellern eine Gruppe oder einen einzelnen heraussuchen und nur noch Kamera von dem in die engere Wahl nehmen. Ich würde zum Beispiel nur Kameras von echten Kameraherstellern empfehlen, also die klassischen Marken und noch die zwei, drei, die aus der Unterhaltungselektronik kommen und auch schon immer Camcorder herstellen. Von Billigherstellern rate ich ab. Echt interpolierte 12 Megapixel, 12,7-fach digitaler Zoom und eine Fixfokuslinse für 129 Euro plus Porto und Versand sind nicht unbedingt das, was auf meine Vorstellung von einer guten Digitalkamera passt. Es gibt auch günstige Kameras von echten Herstellern, z.B. Einsteiger- oder Auslaufmodelle, die einem dann wahrscheinlich mehr Freude bereiten.

Welche nun wirklich

Nun ist die Auswahl schon relativ überschaubar und man kann sich mit den Eigenschaften beschäftigen. Viele Eigenschaften wurden schon durch die Wahl der Gehäuseform festgelegt oder zumindest die Auswahl eingeschränkt.
Als nächstes würde ich auf die Bildqualität achten und die Kamera mit dem geringsten Rauschen nehmen, zumindest wenn alle anderen Kriterien auch erfüllt sind.
Die Anzahl der Megapixel kann man so nebenbei auch noch heranziehen. So sind meiner Meinung nach 6 Millionen Pixel fast immer genug, vor allem bei kleinen Kameras.
Empfehlungen welche Kamera man für welche Art von Fotos man kaufen sollte gebe ich nicht, denn wer sich gerade seine erste Kamera kauft, weiß vielleicht noch gar nicht so recht, ob er nun lieber Landschaften oder doch Gebäude fotografieren will oder doch beides und zusätzlich noch seine Familie beim Sport. Auf der anderen Seite weiß ein ambitionierter Aktfotograf sowieso, was es von einer Kamera erwartet und was nicht.
Die Auswahl an Digitalkameras ist riesig und wird ständig größer, denn wöchentlich werden neue Modelle vorgestellt und Kameras, welche nicht mehr neu verkauft werden, tauchen auf dem Gebrauchtmarkt auf – übrigens auch eine Quelle für preisgünstige Kameras. Wenn man sich aber mal im Klaren ist, was man eigentlich braucht oder möchte, wird man feststellen, dass es die perfekte Kamera gar nicht gibt und man immer Kompromisse eingehen muss. Eins ist aber sicher, die zweite und die dritte Kamera sind immer besser als die erste.

Zu guter Letzt

Der Artikel ist nun gleich zu Ende. Was ich aber noch los werden will ist, entscheidend für gute Fotos ist nicht unbedingt die perfekte Kamera – von der wir nun schon wissen, dass es die nicht gibt, sondern der Mensch, der diese bedient:

Quellen im Netz:
www.puchner.org ist nicht für den Inhalt externer Internetseiten verantwortlich.

Ein Kommentar zu “Die richtige Digitalkamera

  1. [2014-01-03] Rüdiger Nowakowski schrieb:

    Herzlichen Glückwunsch!
    Ich habe das Hobby (Fotos)für mich erst jetzt gefunden.Ich habe jetzt Zeit dazu.(Rentner)Ich habe mir eine Nikon d5100 zugelegt mit verschiedenen Objektiven,Stativ,Blitz usw.
    Alles in einer „normalen Preisklasse“
    Was mir fehlte war Lektüre in einer gut verständlicher, aber fachkompetenter Form. Das ist hier auf dieser Internetseite mehr als gelungen.
    Nochmals besten Dank an allen Mitwirkenden

    Rüdiger Nowakowski

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